Gesetzlich vorgegebene Zuschüsse und Erstattungen zur häuslichen Pflege

Die Durchführung der Grundpflege und die anfallenden hauswirtschaftlichen Aufgaben verursachen täglich einen hohen zeitlichen Aufwand. Je nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit sind dazu belastende physische und auch seelische Anstrengungen erforderlich. Der Pflegeaufwand kann zusätzlich bauliche/räumliche Veränderungen sowie technische Hilfsmittel notwendig machen. Zur Aufgabenbewältigung sollten Ratschläge des Hausarztes und der Pflegeversicherung eingeholt werden. Außerdem ist nach Möglichkeit der Pflegebedürftige nach seinen persönlichen Wünschen und Vorstellungen zu befragen. Besondere Ansprüche und Leistungen erfordert eine Pflege rund um Uhr.

Die Höhe der gesetzlichen Zuschüsse und Erstattungen kann unter Berücksichtigung des jeweiligen Pflegegrades in den novellierten pflegegesetzlichen Bestimmungen in Erfahrung gebracht werden. Ebenso können Pflegebedürftige die Aufwendungen im Rahmen der 24 Std. Pflege zuhause steuerlich absetzen. Außer dem Pflegebedürftigen stehen im Bedarfsfall auch pflegenden Angehörigen Leistungen in Form von Zuschüssen zur Aufrechterhaltung der Pflege zu Hause zu.

Übersicht der Bezuschussung durch die Pflegekasse gemäß den einzelnen Pflegegraden

Pflegegrad 1:
  • Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zur Höhe von 125 Euro
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 23 Euro für die monatlichen Betriebskosten und einmalig 10,49 Euro für die Installation
  • Zuschuss zur Wohnumfeldverbesserung einer häuslichen Pflege bis zur Höhe von 4.000 Euro
Pflegegrad 2:
  • Pflegegeld bis zur Höhe von monatlich 316 Euro
  • Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zur Höhe von 125 Euro
  • Sachleistungen für ambulante Pflegedienste bis zur Höhe von monatlich 689 Euro
  • Bezuschussung einer Tages- oder Nachtpflege bis zur Höhe von monatlich 689 Euro
  • Zuschuss zur Verhinderungspflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 50 Prozent des ungenutzten Budgets der Kurzzeitpflege
  • Zuschuss zur Kurzzeitpflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 100 Prozent des ungenutzten Budgets der Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung einer häuslichen Pflege bis zur Höhe von 4.000 Euro
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 18,36 Euro für die monatlichen Betriebskosten und einmalig 10,49 Euro für die Installation
Pflegegrad 3:
  • Pflegegeld bis zur Höhe von monatlich 545 Euro
  • Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zur Höhe von 125 Euro
  • Sachleistungen für ambulante Pflegedienste bis zur Höhe von monatlich 1.298 Euro
  • Bezuschussung einer Tages- oder Nachtpflege bis zur Höhe von monatlich 1.298 Euro
  • Zuschuss zur Verhinderungspflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 50 Prozent des ungenutzten Budgets der Kurzzeitpflege
  • Zuschuss zur Kurzzeitpflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 100 Prozent des ungenutzten Budgets der Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung einer häuslichen Pflege bis zur Höhe von 4.000 Euro
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 18,36 Euro für die monatlichen Betriebskosten und einmalig 10,49 Euro für die Installation
Pflegegrad 4:
  • Pflegegeld bis zur Höhe von monatlich 728 Euro
  • Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zur Höhe von 125 Euro
  • Sachleistungen für ambulante Pflegedienste bis zur Höhe von monatlich 1.612 Euro
  • Bezuschussung einer Tages- oder Nachtpflege bis zur Höhe von monatlich 1.612 Euro
  • Zuschuss zur Verhinderungspflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 50 Prozent des ungenutzten Budgets der Kurzzeitpflege
  • Zuschuss zur Kurzzeitpflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 100 Prozent des ungenutzten Budgets der Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung einer häuslichen Pflege bis zur Höhe von 4.000 Euro
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 18,36 Euro für die monatlichen Betriebskosten und einmalig 10,49 Euro für die Installation
Pflegegrad 5:
  • Pflegegeld bis zur Höhe von monatlich 901 Euro
  • Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zur Höhe von 125 Euro
  • Sachleistungen für ambulante Pflegedienste bis zur Höhe von monatlich 1.995 Euro
  • Bezuschussung einer Tages- oder Nachtpflege bis zur Höhe von monatlich 1.612 Euro
  • Zuschuss zur Verhinderungspflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 50 Prozent des ungenutzten Budgets der Kurzzeitpflege
  • Zuschuss zur Kurzzeitpflege bis zur Höhe von jährlich 1.612 Euro, zusätzlich 100 Prozent des ungenutzten Budgets der Verhinderungspflege
  • Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung einer häuslichen Pflege bis zur Höhe von 4.000 Euro
  • Zuschüsse zum Hausnotruf in Höhe von 18,36 Euro für die monatlichen Betriebskosten und einmalig 10,49 Euro für die Installation

Zuschüsse, die im Rahmen der Pflege zuhause beansprucht werden können

Zu den Leistungen, die beim Vorliegen der Voraussetzungen zur geeigneten Durchführung einer Pflege zuhause geltend gemacht werden können, zählen:

• Pflegegeld gemäß dem festgestellten Pflegegrad
• Zusätzliche Betreuungsleistungen und Entlastungsleistungen gemäß §45b SGB XI:

Neben dem Pflegegeld und der Pflegesachleistung stehen Pflegebedürftigen auch zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen nach §45b SGB XI in Höhe von 125 Euro im Monat zur Verfügung. Diese zweckgebundene finanzielle Hilfe dient dazu, pflegende Angehörige von Maßnahmen im Rahmen der Pflege zuhause zu entlasten. Dazu zählen Wohnungsreinigung, Haustierbetreuung, Bewässerung der Zimmerpflanzen oder die Seniorenbetreuung bei demenzkranken Menschen.

• Sachdienstleistungen für den Einsatz ambulanter Pflegedienste gemäß der Höchstsatzregelung des jeweiligen Pflegegrades:

Sachdienstleistungen werden direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Es besteht auch Möglichkeit einer Kombinationsleistung von Pflegegeld und Sachleistung. Dabei gilt: Wenn die maximale Zuschusshöhe bei Sachleistungen nicht ausgeschöpft wird, erfolgt anteilig eine Pflegegeldzahlung. Beispiel für Pflegegrad 3 und 1.000 Euro Sachleistung:

Pflegekosten: 1.000
Pflegegrad: 3
Maximaler monatlicher Zuschuss der Pflegekassenleistung: 1.298 Euro
Monatlich in Anspruch genommene Pflegekassenleistung: 1.000 Euro
1000 Euro entsprechen 77,04 Prozent der Zuschussobergrenze
Verbleibender Anspruch auf Pflegegeld: 22,96 Prozent
Höhe des Pflegegeldes Pflegegrad 3: 545 Euro
Es besteht daher ein verbleibender Pflegegeldanspruch von 125,12 Euro

• Maßnahme der Verhinderungspflege:

Die Verhinderungspflege kann dazu dienen, eine Unterbrechung der Pflege in der eigenen Wohnung zu verhindern. Pflegende Angehörige sind oftmals von der erheblichen Last der Aufgabe überfordert und benötigen eine „Auszeit“ in Form von Urlaub, Kur oder durch Erkrankung. Als Voraussetzung muss die bisherige private Pflegekraft die Pflege zu Hause mindestens für die Dauer von sechs Monaten durchgeführt haben. Bei der Notwendigkeit weitere Ersatzpflegen zur Erhaltung der fortgeführten Pflege zu Hause erfolgt keine weitere Überprüfung der Vorversicherungszeit. Die Verhinderungspflege kann durch nahe Angehörige, ambulante Pflegedienste, Kurzzeitpflege oder teilstationäre Tages- oder Nachtpflege erfolgen. Für einen Ersatz der bisherigen Pflegeperson bezuschusst die Pflegekasse die Kosten bis zur gesetzlich festgelegten Höchstsatzregelung für eine Zeitdauer von höchstens sechs Wochen. Je nach Verhinderungsumfang der Pflegeperson im Einzelfall, kann eine Vertretung auch tage- oder stundenweise notwendig werden. Bei einer erforderlichen stundenweisen Vertretung für einen Zeitraum von unter acht Stunden, erfolgt keine Anrechnung auf die zeitliche Obergrenze von 42 Tagen.

• Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalten oder in vorübergehenden Krisensituationen:

Als vorübergehendes Instrument zur Aufrechterhaltung einer Pflege zuhause dient auch die Kurzzeitpflege. Durch nicht vorhersehbare, krisenhafte Entwicklungen des Pflege- und Betreuungsprozesses können vorübergehende Alternativen zur Pflege zu Hause notwendig werden. Dieser Bedarf kann beispielsweise durch eine Übergangszeit im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt entstehen. Ein Krankenhausaufenthalt ist in diesem Fall nicht mehr erforderlich, die Fortsetzung der Pflege zu Hause aber noch nicht möglich. Reicht eine teilstationäre Pflege nicht aus, kommt vorübergehend eine Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung infrage. Diese gesicherte Seniorenbetreuung soll die Möglichkeit schaffen, die Fortführung der Pflege zuhause bedarfsgerecht zu organisieren. Wurde im Kalenderjahr noch keine Ersatzpflege beansprucht, kann bei der Kurzzeitpflege unter Anrechnung auf die Ersatzpflege eine Verdoppelung der zeitlichen und finanziellen Begrenzung erfolgen.

• Teilstationäre Tagespflege zur Unterstützung einer möglichst langen häuslichen Pflege:

Im Unterschied zur Kurzzeitpflege stellt die Tagespflege eine Betreuungsform dar, bei dem die Pflegebedürftigen ausschließlich während des Tages betreut werden. Pflegebedürftige Menschen mit noch nicht allzu starken Einschränkungen sollen dabei unterstützt werden, möglichst selbstständig ihren Alltag zu gestalten. Dadurch soll für den Pflegebedürftigen der Verbleib in der eigenen Wohnung so lange wie möglich erhalten bleiben. Zur geeigneten Pflege und Versorgung stellt die Tagespflege eine passende Ergänzung zur Pflege in der eigenen Wohnung dar. Dadurch werden pflegende Angehörige entlastet.

• Pflegekurse für Angehörige für eine geeignete Ausübung der Pflege:

Gemäß § 45 SGB XI hat jeder pflegende Angehörige oder ehrenamtlicher Pfleger Anspruch auf kostenlose Pflegekurse. Die Kosten hierfür übernimmt in vollem Umfang die Pflegeversicherung. In speziellen Kursen werden den Teilnehmern die Grundlagen des Pflegeaufgabe vermittelt. Außerdem besteht die wertvolle Möglichkeit, mit anderen pflegenden Angehörigen einen praxisnahen Informationsaustausch über die Maßnahmen der Pflege zu Hause durchzuführen.

• Wohnumfeldverbesserungen zur Optimierung der häuslichen Pflege:

Gemäß § 40 Abs. 4 SGB XI kann ein maximaler Zuschuss pro pflegebedürftige Person in Höhe von 4000 Euro für Maßnahmen gezahlt werden, die als Wohnumfeldverbesserung die Pflege zu Hause ermöglichen oder deutlich erleichtern. Dazu zählen bauliche Maßnahmen wie ein barrierefreies Badezimmer, der Einbau eines Treppenlifts oder technische Hilfen im Haushalt. Dabei spielt es für die Höhe der antragungspflichtigen Bezuschussung keine Rolle, ob ein Treppenlift neu oder gebraucht erworben wird.

Steuerliche Ermäßigungen:

Zum Jahresende können im Rahmen der Steuererklärung Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. Bis zu 20 Prozent von 20.000 Euro, also 4.000 Euro, sind steuerlich absetzbar. Dazu zählen auch Pflegeleistungen. Außerdem können die Kosten als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden. Da hierbei eine Einzelfallbewertung unter Einbeziehung des jeweiligen Einkommens erfolgt, sollte die Unterstützung eines Steuerberaters in Anspruch genommen werden.

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