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Was ist aktivierende Pflege?

Aktivierende Pflege ist eine Form der Pflege, die darauf abzielt, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung von Pflegebedürftigen zu fördern. Dabei wird darauf geachtet, dass die Pflegebedürftigen so viel wie möglich selbst tun können und nur dort Unterstützung erhalten, wo sie wirklich benötigt wird. Dies kann beispielsweise durch gezielte Übungen zur Förderung der Beweglichkeit oder kognitiven Fähigkeiten erfolgen. Aktivierende Pflege zielt darauf ab, die Lebensqualität der Pflegebedürftigen zu verbessern und sie so lange wie möglich selbstbestimmt und eigenständig zu lassen.

  • Förderung der Mobilität durch gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Gelenke.
  • Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, um die Selbstständigkeit im Haushalt zu erhalten.
  • Förderung der kognitiven Fähigkeiten durch Gedächtnisübungen oder Denksportaufgaben.
  • Anregung zu sozialen Aktivitäten und Teilnahme an Gruppenaktivitäten, um die soziale Interaktion zu fördern.
  • Förderung von Selbstpflegefähigkeiten wie Körperpflege, Ankleiden oder Essenszubereitung.
  • Einbeziehung der Pflegebedürftigen in Entscheidungsprozesse und Planung ihrer Pflege.
  • Förderung von Hobbys und Interessen, um die Lebensfreude und Lebensqualität zu steigern.

Das Ziel der aktivierenden Pflege ist es, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der pflegebedürftigen Person zu verbessern und ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Wichtig ist, dass die gepflegte Person nur so weit unterstützt wird, wie es nötig ist oder sie es möchte. Das Ziel ist die Förderung von Selbständigkeit und mehr Selbstbestimmung.

Dies kann durch gezielte Pflege- und Unterstützungsmaßnahmen erreicht werden, die individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Person abgestimmt sind. Dabei ist es wichtig, die Wünsche und Vorstellungen der Person zu respektieren und sie aktiv in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Es ist auch wichtig, die Privatsphäre und Würde der gepflegten Person zu wahren und sie in ihrer Selbstständigkeit zu stärken. Dies kann durch respektvollen Umgang, einfühlsame Kommunikation und die Förderung von Eigenständigkeit und Selbstverantwortung erreicht werden.

Durch eine ganzheitliche und individuelle Pflege und Betreuung kann die Lebensqualität der gepflegten Person verbessert werden und sie dabei unterstützt werden, ein möglichst selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu führen.

Selbstbestimmung und Selbständigkeit sind wichtige Grundprinzipien in der Pflege und Betreuung von Menschen. Menschen sollen so weit wie möglich in ihren Entscheidungen respektiert und unterstützt werden. Dies bedeutet, dass sie die Möglichkeit haben sollten, über ihr eigenes Leben, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen selbst zu bestimmen.

Um dies zu ermöglichen, ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Pflegekraft und gepflegter Person aufzubauen. Durch eine offene und respektvolle Kommunikation können die Bedürfnisse und Wünsche der Person besser verstanden und berücksichtigt werden.

Es ist auch wichtig, die Fähigkeiten und Ressourcen der gepflegten Person zu stärken und zu fördern. Dies kann durch gezielte Unterstützung und Schulung in Alltagskompetenzen, Mobilitätstraining oder anderen Bereichen erfolgen.

Durch die Förderung von Selbständigkeit und Selbstbestimmung kann die Lebensqualität der gepflegten Person nachhaltig verbessert werden. Sie fühlen sich wertgeschätzt, respektiert und in ihrer Persönlichkeit ernst genommen. Dies trägt dazu bei, dass sie sich selbstbewusster, zufriedener und eigenständiger fühlen.

Es gibt verschiedene Konzepte und Ansätze der aktivierenden Pflege, die in Praxis angewendet werden. Einige davon sind:

1. Basale Stimulation: Dieses Konzept zielt darauf ab, über die Sinne des Pflegebedürftigen Kontakt herzustellen und die Wahrnehmung zu fördern. Durch gezielte Berührungen, Bewegungen und sensorische Reize sollen die Selbstwahrnehmung und Kommunikation verbessert werden.

2. Bobath-Konzept: Das Bobath-Konzept wird vor allem in der Neurorehabilitation angewendet und zielt darauf ab, die Bewegungs- und Koordinationsfähigkeiten von Menschen mit neurologischen Erkrankungen zu verbessern. Durch gezielte Übungen und Bewegungstherapie sollen die Patienten aktiv in ihren Genesungsprozess einbezogen werden.

3. Validation: Die Validation ist eine Kommunikationsmethode, die speziell für die Arbeit mit demenzerkrankten Menschen entwickelt wurde. Durch einfühlsame und respektvolle Gesprächsführung soll die Lebensgeschichte und die Gefühlswelt der Pflegebedürftigen respektiert und unterstützt werden.

4. Kinästhetik: Kinästhetik ist ein Bewegungskonzept, das darauf abzielt, die Bewegungsfähigkeit und Körperwahrnehmung zu verbessern. Durch gezielte Bewegungsübungen und Körperhaltungstechniken sollen die Pflegebedürftigen unterstützt werden, ihre Bewegungen bewusster und effektiver einzusetzen.

Diese Konzepte und Ansätze der aktivierenden Pflege bieten vielfältige Möglichkeiten, die Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu fördern und zu erhalten. Je nach Bedarf und individuellen Voraussetzungen kann das jeweilige Konzept gezielt eingesetzt werden.

Quelle: https://www.aok.de/pk/magazin/pflege/pflegeformen/aktivierende-pflege-die-kraft-der-selbststaendigkeit/

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